Navigation

Luftstrom löst keine Partikel von der Haut

Keimzahlmessung

HYBETA prüft als unabhängiges Labor raumlufttechnische Anlagen und Operationsräume. Eine einwandfreie Funktion dieser Anlagen ist wichtig für die Hygienesicherheit in Krankenhäusern und ambulant operierenden Praxen. Doch die Hygiene-Spezialisten tun noch mehr. Sie setzen ihr Fachwissen und ihr wissenschaftliches Knowhow ein, um zu forschen oder – wie in diesem Fall – Vermutungen und Behauptungen, die sich um das Thema Hygiene drehen, auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

In diesem Fall war es die weit verbreitete Behauptung, die immer wieder für Unsicherheit sorgt: Ausgerechnet die TAV-Auslässe (Turbulenzarme Verdrängungsströmung), die während Operationen die hygienische Sicherheit im Operationsraum gewährleisten sollen, wurden in diesen Veröffentlichungen selbst als eine Gefahrenquelle gesehen. Denn angeblich könnte allein der Luftstrom Keime von der Haut des Operateurs auf den Patienten übertragen.

HYBETA als Spezialist für technische Hygiene im Gesundheitswesen zeigte jetzt mittels eines einfachen Tests, dass die Behauptung sehr wahrscheinlich nicht stimmt.

Bei dem Versuch wurde geprüft, ob durch einen laminaren (turbulenzarmen) Luftstrom Keime von der Haut einer Person mitgerissen werden. Zusätzlich zu den mikrobiologischen Untersuchungen wurden parallel Partikelmessungen durchgeführt.

Drei Probanden hielten bzw. bewegten dabei nacheinander erst den rechten dann den linken Arm in einen turbulenzarmen Luftstrom. Die Versuche wurden in unserem Labor innerhalb der Sicherheitswerkbank durchgeführt. Die Luftgeschwindigkeit ist hier mit 0,45 m/s deutlich höher als im OP mit 0,25 m/s bis maximal 0,35 m/s. Die menschliche Haut ist mit Keimen wie zum Beispiel koagulasenegative Staphylokokken besiedelt. Sollten diese durch die Luft von der Haut „gerissen“ werden, müssten diese dann messtechnisch nachweisbar sein. Deshalb wurde unterhalb des Arms dann mittels Impaktor Luftkeimzahlen sowie Partikelmessungen durchgeführt.

Das Ergebnis war eindeutig. Durch die Bewegung der Arme oberhalb der Messgeräte, stieg zwar die Anzahl der gemessenen Partikel, es wurden aber bis auf einen einzigen Fall keine Keime nachgewiesen: Die Ergebnisse sind sicherlich nur ein erster Test aber das Ergebnis scheint eindeutig zu sein. Die Gefahr, dass allein durch die turbulenzarme Luftströmung Keime vom Operateur auf den Patienten übertragen werden, scheint sehr gering zu sein.