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OP: Raumlufttechnik vs. Türöffnungen

 

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HYBETA sorgt für die normgerechte Prüfung hygienischer Raumlufttechnik. Die sichere Funktion der Raumlufttechnik spielt gerade bei Eingriffen mit langen Schnitt-Naht-Zeiten eine wichtige Rolle. Der Schutz des medizinischen Instrumentariums vor Kontaminationen verhindert Infektionen. Unterschiedlich gestaltete OP-Lüftungssysteme werden seit Jahren kontrovers diskutiert. In Zusammenarbeit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und HYBETA wurde nun eine Masterarbeit zum Thema Instrumentenkontamination erstellt. Dr. Frank Wille hat die Arbeit als Ko-Referent durch seinen Lehrauftrag für Krankenhaushygiene an der THM betreut. Mit interessanten Ergebnissen!

Mithilfe der Studie sollte die Schutzwirkung der Raumklassen Ia und Ib hinsichtlich der Instrumentenkontamination gegenübergestellt werden.

Und tatsächlich: Die Arbeit bestätigte eine unterschiedliche Kontamination des medizinischen Instrumentariums auf dem Instrumententisch in Abhängigkeit vom eingesetzten Lüftungssystem. In einem OP-Raum der Raumklasse Ia wurden innerhalb des Schutzbereichs weniger Keime auf den Instrumenten nachgewiesen als im Vergleich zur Raumklasse Ib.

Zusätzlich wurde die Anzahl der Türöffnungen beobachtet und Ihre Auswirkungen auf mikrobielle Raumluftbelastung untersucht. Bisher ist die gängige Meinung, dass es durch häufige Türöffnungen zu einem Zusammenbruch der Schutzdruckhaltung und somit zu einer verstärkten Luftkontamination im Operationsraum kommt.

Unerwartet hoch war die Anzahl der Türöffnungen. Bei einer Operation mit einer Schnitt-Naht-Zeit von 200 Minuten wurden bis zu 173 Türöffnungen gezählt. Interessant dabei war, dass die Anzahl der Türöffnungen nicht mit einer erhöhten Keimkontamination der Instrumente korrelierte. Dies gilt allerdings zunächst nur für Operationsräume, die noch über eine echte Einleitungsschleuse vom OP-Flur abgetrennt sind. Ob dieser Effekt auch für OP-Räume ohne Schleuse gilt, muss in weiteren Studien überprüft werden.

(Quelle: Masterarbeit „Untersuchung des Kontaminationsgrades von medizinischem Instrumentarium in Abhängigkeit von der Gestaltung des OP-Lüftungssystems", Technische Hochschule Mittelhessen, Prof. Dr. Harald Weigand, Abgabe: 11.02.2019)